Gedanken zur Weihnacht 2020

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Im Namen des dreieinigen Gottes: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

Weihnachten fängt am 25. Dezember an, eben dem ersten Feiertag. Auf den zweiten Feiertag folgte früher der dritte (Bachs Weihnachtsoratorium beinhaltet eine Kantate für dieses Festtag). In diesem Jahr haben auch wir drei Feiertage: Weihnachten plus den ersten Sonntag nach dem Christfest.

 

Pfr.in Anita Müller-Friese teilt ihre "Gedanken zur Weihnacht 2020" mit uns.

"Ich steh an deiner Krippen hier" (Evangelisches Gesangbuch 37,1)

"Singet dem Herrn, alle Welt" - Wir beten mit den Worten von Psalm 96:

Singet dem Herrn ein neues Lied;

singet dem Herrn, alle Welt!

Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,

verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,

unter allen Völkern von seinen Wundern!

Betet an den Herrn in heiligem Schmuck;

es fürchte ihn alle Welt!

Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König.

Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt.

Er richtet die Völker recht.

Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich,

das Meer brause und was darinnen ist;

das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist;

es sollen jauchzen alle Bäume im Walde

vor dem Herrn; denn er kommt,

denn er kommt, zu richten das Erdreich.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit

und die Völker mit seiner Wahrheit.

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn

und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang,

jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen, Amen.

"Ich lag in tiefster Todesnacht" (EG 37,3)

Was bleibt?

"Weihnachten fällt dieses Jahr aus ..."

"Weihnachten ist abgesagt ..."

 

Solche und ähnliche Sätze geistern in den letzten Tagen durch die Presse. Und es stimmt ja auch: keine Weihnachtsmärkte, kein Glühwein, keine Besuche, keine Familienfeiern um den Tannenbaum und nun auch noch: keine Gottesdienste...

 

Man könnte es fast glauben: in diesem Jahr gibt es kein Weihnachten.

 

Mir ist es wichtig und ein Anliegen diesen ganzen Absagen etwas entgegenzusetzen. NEIN sage ich, Weihnachten findet statt. Anders als gewohnt, aber es findet statt. Niemand kann es absagen.

 

Und ich möchte darüber nachdenken, was uns bleibt.

 

Gott kommt zu den Menschen

er lässt sich nicht aufhalten

 

     er lässt sich nicht abweisen

 

          er wird niedrig und gering ... er wird einer von uns

 

und nimmt mit dem kleinsten Raum vorlieb

... er wird einer von uns

Gott kommt mir nah

er ist ganz ungeschützt

 

     er hat keine Berührungsängste

 

          er spricht mich an

 

               er geht nicht auf Distanz

 

                   er rührt mich an

 

In einer Zeit, in der wir Menschen auf Abstand gehen müssen, uns selbst und andere mit Masken schützen, Berührungen und Nähe vermeiden, ist das so wichtig und wertvoll:

  

Ich bin nicht allein, Gott ist bei mir, neben mir, in mir, um mich herum, unter mir und über mir (wie es ein irischer Segensspruch sagt). Wenn es dunkel ist um mich herum und in mir, dann leuchtet sein Licht.

 

Darum kann Weihnachten nicht ausfallen, das liegt gar nicht in unserer Macht. Gott hat entschieden, sich zu seinen Menschen auf den Weg zu machen.

 

 

Sehnsucht und Zuversicht höre ich in dem Adventslied:

 

In der heiligen Nacht kommt Gott in unser Leben,

um uns durch das Dunkel zu tragen in sein Licht,

um uns aus der Einsamkeit zu holen in sein Du,

um uns neue Lebenswege zu zeigen zu ihm hin.

Er wartet, dass wir uns öffnen.

Wir beten:

Herr, guter Gott: Durch Jesu Geburt hat du einen Schein der Hoffnung aufleuchten lassen in unserer Welt. Nun kann unser Leben nicht mehr ohne Hoffnung sein.

 

Was dunkel ist um uns herum und in uns, das steht nun im Licht deiner Liebe.

 

Wer einsam ist, der steht nun in der Geborgenheit deiner Nähe.

 

Was hart ist und grob und feindlich, das steht im Licht deines Friedens.

 

Wer ohne Hoffnung ist, steht im Licht des Lebens, das du uns schenkst.

 

Du umhüllst uns mit Freunde wie mit einem neuen Kleid. Lass uns deine Freundlichkeit spüren. Lass uns selbst froh und freundlich sein und in unseren Herzen Weihnachten. 

 

... und wir beten weiter, wie du uns gelehrt hast:

 

Vater unser im Himmel!

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

Amen.

"Ich sehe dich mit Freuden an" (EG 37,4)

Geht hin ...

Auferstehungskreuz Neusatz

... geht trotz aller Unsicherheit zuversichtlich in die kommenden Tage:

 

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen

 

 

Pfarrerin Anita Müller-Friese